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Teil 4 ― Schläge und Orte importieren

Im vierten Beitrag unserer Reihe schauen wir uns an, wie Du Schlaggrenzen importieren und Orte anlegen kannst. Dies ist besonders wichtig um den einzelnen Schlägen ― die bearbeitete Fläche, die angefallenen Stunden und Dieselverbräuche zuordnen zu können. Zusätzlich geht es darum, wie Du individuelle Schlaggrenzen einzeichnen kannst.

Die schlagspezifische Dokumentation wird zum Kinderspiel.

Doch was ist überhaupt eine Ackerschlagkartei?

In einer Schlagkartei werden genaue Aufzeichnungen über alle Maßnahmen (Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz, Ernte) mit Art und Umfang zu eingesetzten Betriebsmitteln im Laufe eines Jahres gemacht. Sie bildet eine Grundlage für die Betriebsabrechnung eines landwirtschaftlichen Betriebes und für verschiedene Auswertungen, Vergleiche oder die Anbauplanung der folgenden Jahre. Webbasierte Ackerschlagkarteien zeichnen sich häufig durch eine einfache Bedienung aus, welche durch Apps ergänzt werden. Einige Ackerschlagkarteien ermöglichen die Aufzeichnung von Beobachtungen, wie der Pflanzenentwicklung.

Eine gute Ackerschlagkartei-Software zeichnet sich durch eine große Datenbasis mit hinterlegten Tabellenwerten zu z.B. Nährstoffgehalten bei Düngemitteln, Wirkstoffen bei Pflanzenschutzmitteln, Sortenlisten und regelmäßigen Updates aus. Mit diesen Werten ist es möglich eine zuverlässige Dokumentation, eine Düngebedarfsermittlung und einen Nährstoffvergleich nach der neuen Düngeverordnung zu erstellen.

Darüber hinaus bieten digitale Agrar-Softwares einen zusätzlichen Mehrwert.  Sind im Funktionsumfang der Software weitere Module wie Sauenplaner, Nährstoffvergleich, Düngebedarfsermittlung oder Bordcomputerkopplung zur Landtechnik enthalten, wird von einem Farm-Management-System gesprochen.

Bei der Bordcomputerkopplung ist auf die Unterstützung durch ISOBUS zu achten. Damit ermöglicht die Ackerschlagkartei eine Kommunikation mit einer großen Anzahl an Maschinen verschiedenster Hersteller. Die Bordcomputerkopplung ermöglicht eine automatisierte Dokumentation, mit der Möglichkeit eine vollständige Übersicht über die im Verlaufe eines Jahres angefallenen Maßnahmen inkl. Betriebsstunden der Maschinen, Kraftstoffverbrauch und Anbaugerätenutzung sowie Arbeitsstunden der Personen zu erhalten. Darüber hinaus werden auf Basis dieser Daten betriebsindividuelle Kennzahlen für die einzelnen Maßnahmen, beispielsweise Flächenleistungen, Verfahrenskosten oder CO2-Äquivalente, ermittelt.

Erweiterungen von Ackerschlagkarteien stellen auch die Fernerkundung und teilflächenspezifische Bearbeitung dar. Eine Flächenerkundung kann sowohl mit am Traktor befestigten Sensoren, durch Befliegung mit Flugzeugen und Drohnen oder durch Erdbeobachtungssatelliten durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Fernerkundung ergeben sich für den Landwirt zahlreiche Vorteile, z.B. die Nutzung präziserer Grundlagen zur Düngeplanung, gezielterer Einsatz von Pflanzenschutzmittel, eine Ertragsschätzung im Grünland, das Auffinden von Rehkitzen vor der Mahd und eine bessere Planbarkeit der Bewirtschaftung aufgrund von exakteren Wettervorhersagen. Mit Hilfe der Fernerkundung werden objektive Daten über den Schlag ermittelt, welche zusammen mit den dokumentierten Daten für die teilflächenspezifische Bearbeitung, z.B. bei Aussaat oder Düngung verwendet werden können.

Je mehr die Ackerschlagkartei automatisch erfasst, desto besser!

Kurze Zusammenfassung des Videoinhaltes:

  1. Schlaggrenzen importieren:
    Um Schlaggrenzen importieren zu können musst Du zuerst unser Webportal öffnen und dich anmelden. Nun klickst Du links auf den Menüpunkt „Felder“, die Feldverwaltung öffnet sich. Auf der rechten Bildschirmseite sind zwei Symbole zum Felder importieren und Felder exportieren zusehen. Um Felder zu importieren verwende das entsprechende Symbol. Der Importdialog öffnet sich. Damit Du fortfahren kannst musst Du die entsprechende Felddatei als ZIP-Datei (Shapefile) oder GML Datei auswählen. Zusätzlich lässt sich noch das Koordinatensystem auswählen. Das WGS84 passt eigentlich so gut wie immer, wenn die Schläge jedoch nach dem Import verzerrte Schlaggrenzen ausweisen macht es Sinn das Koordinatensystem zu wechseln. Hast Du alles ausgewählt, kannst Du das Ganze importieren. Sofort sind die Schläge in der Karte zu sehen. Um fortzufahren benutzte den Weiter-Button, hier kannst Du bestimmte einzelne Felder auswählen die importiert werden sollen, falls nicht die komplette Datei importiert werden sollen. Sind die Felder ausgewählt verwende den Weiter‑Button. Im nächsten Schritt kannst du den zu importierenden Feldern optional Kunden zuordnen. Zusätzlich zum Kunden zuordnen, können den Kunden Farben zugewiesen werden, damit sich die Schläge in der Karte farblich unterscheiden. Der letzte Schritt ― Felder hochladen. Ist dies abgeschlossen, kannst Du den Importdialog schließen. In der Karte lassen sich jetzt alle importierten Schlaggrenzen einsehen. 

  2. Schlag nachträglich einzeichnen:
    Um Schläge nachträglich einzeichnen zu können, bleibst Du in der Kartenübersicht.  Wähle oben rechts den + Button um neue Felder zu markieren. Nun kannst Du ganz individuell Schlaggrenzen einzeichnen. Ist der neue Schlag eingezeichnet öffnet sich ein Fenster, in dieses wird der Namen des Feldes eingetragen. Zudem kann das Feld einem Kunden zugeordnet werden und ein zusätzlicher Kommentar geschrieben werden. Wenn alles eingetragen ist, kann gespeichert werden ― Schlag ist gespeichert. Er steht Dir jetzt genau wie die anderen Schläge zur Auswertung zur Verfügung.

  3. Ort einzeichnen:
    Die Schläge sind dafür da, um Fahrzeugdaten auf bestimmte Schläge zu referenzieren. Hierbei kommt es natürlich immer mal wieder vor, dass Fahrzeugstunden am Hof anfallen. Diese Fahrzeugstunden sollen bestenfalls dem Hof zugeordnet werden,  damit diese nicht als Wartezeit oder Straßenfahrtzeit im System auftauchen. Um Orte anzulegen bleibst Du in der Kartenübersicht.  Wähle wieder oben rechts den + Button und gehe dann auf Orte. Nun kannst Du deinen gewünschten Ort in der Karte markieren. Es öffnet sich ein Fenster, indem Du den Typ Ort auswählen kannst. Wählen kannst Du zwischen Hof, Stall, Tankstelle, Waage und Andere. Dann gibst Du den Namen ein und wählst den Radius, der die Fläche deines Hofes wiederspiegelt ― die Hofstelle ist jetzt angelegt. Alle Maschinenstunden die in diesem Radius stattfinden werden anschließend als Arbeitsvorbereitungszeit in die Datenauswertung mit einbezogen, das heißt Du kannst sie ganz klar von den Wartezeiten die auf dem Feld oder auf der Straße anfallen trennen. Legst du z.B. eine Waage an, sind noch weitere Funktionen hinterlegt, z.B. bekommt der Fahrer die Aufforderung eine Wiegung durchzuführen, wenn er mit dem Schlepper und der aktiven App auf die Waage fährt.

Die Schläge sind hochgeladen, Du weißt wie man neue Schläge einzeichnet und verschiedene Orte anlegt. Jetzt kannst Du den einzelnen Schlägen ― die bearbeitete Fläche, die angefallenen Stunden und Dieselverbräuche zuordnen. Zudem kannst Du die Arbeit an den Orten als Arbeitsvorbereitungszeit mit in die Datenauswertung einbeziehen.

Im folgenden Beitrag werden wir uns anschauen, welchen Mehrwert das exatrek System – am Beispiel der Maisernte – in der Praxis bietet. Bis zum nächsten Beitrag!

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Teil 2 ― John Deere 6150R mit exatrek T2 ausstatten

Hast du die Anmeldung erfolgreich beendet? Dann geht es hier mit dem zweiten Teil unserer Reihe weiter. Dieser Teil beschäftigt sich mit der Integration eines Schleppers in die automatische Datenerfassung, am Beispiel des John Deere 6150R. Unsere Hilfsmittel hierfür sind ein T2 Telemetriemodul, welches uns die Daten unserer Maschine liefert, und ein Anschlusskabel passend zu dem jeweiligen Schlepper. Ziel des Ganzen ― deinen manuellen Dokumentationsaufwand möglichst gering zu halten.

Doch was ist eigentlich mit automatischer Datenerfassung gemeint und welche Vorteile hat diese für dich?

Meist stammen Schlepper und Anbaugeräte auf einem Betrieb von verschiedenen Herstellern. Zunehmend wird die elektronische Steuerung von Anbaugeräten genutzt und ist durch Isobus standardisiert verfügbar. Die Nutzung der automatischen Datenerfassung, der Übertragung und Speicherung von Informationen von betriebsinternen Abläufen auf dem Betriebsrechner, ist vielversprechend. Solche Systeme vereinfachen den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Landwirtschaft und ermöglichen es beispielsweise, einmal erhobene Daten an verschiedenen Stellen weiterzuleiten. Außerdem sollen solche Systeme, über die Auswertung der erhobenen Daten, den Landwirten als Entscheidungshilfe dienen.

Du bekommst ziemlich einfach eine vollständige Übersicht über die im Verlaufe eines Jahres angefallenen Maßnahmen inkl. Betriebsstunden der Maschinen, Kraftstoffverbrauch und Anbaugerätenutzung sowie Arbeitsstunden der Personen. Darüber hinaus können auf Basis dieser Daten betriebsindividuelle Kennzahlen für die einzelnen Maßnahmen, beispielsweise Flächenleistungen, Verfahrenskosten oder CO2-Äquivalente, ermittelt werden. Die erfassten Daten können dann unkompliziert in die Ackerschlagkarteien verschiedener Partner, wie agrirouter und 365farment, übertragen werden.

Fakt ist: In der modernen Pflanzenproduktion sind Maschinen- und Energiekosten einer der größten Kostenblöcke. Um diese zu optimieren, sei es in ökonomischer oder ökologischer Hinsicht, muss zunächst der Ist-Zustand erfasst werden. Anschließend können auf dieser Basis Optimierungen durchgeführt werden. exatrek gibt dir ein Werkzeug an die Hand, um Kosten oder den Energiebedarf zielgerichtet zu erfassen und einzelne Maßnahmen schlaggenau zuordnen zu können.

Kurze Zusammenfassung des Videoinhaltes:

  1. Adapter anschließen:
    Du fängst damit an, indem Du den Stecker des mitgelieferten Kabels in die Diagnoseschnittstellen-Steckdose, in der Schlepperkabine, einsteckst. Die Datenübertragung erfolgt hauptsächlich über ISOBUS, trotzdem wird diese Steckdose genutzt, damit der ISOBUS InCab frei bleibt für z.B. ein Spritzterminal.  Das Kabelende schraubst Du daraufhin ganz einfach an den T2 Adapter. Nun ist wichtig, dass Du dir vor dem befestigen des Adapters die Seriennummer merkst, in unserem Beispiel ist dies die 2416. Diese wird später benötigt, um das Modul mit dem Schlepper verbinden zu können. Hast Du dir die Nummer aufgeschrieben oder gemerkt, kannst Du die Folie auf den beiliegenden Klebepads entfernen und den Adapter an einer Stelle im Schlepper befestigen wo er dich nicht stört.

  2. Schlepper im Webportal anlegen:
    Hast Du den T2 Adapter erfolgreich befestigt, folgt die Anlage deines Schleppers im Webportal. Öffne dafür unser Webportal und melde dich an. Nun klickst Du links auf den Menüpunkt „Fahrzeuge“. Wenn bereits Fahrzeuge in deiner Datenbank eingepflegt sind werden sie dir hier angezeigt. Nun musst Du rechts den runden „+ Button“ betätigen, dieser steht für das Hinzufügen eines neuen Fahrzeuges. Daraufhin sollte sich bei dir ein neues Fenster öffnen. In dieses Fenster trägst Du deinen Fahrzeugtypen ein, in diesem Fall ein Traktor, dann einen beliebigen Namen, die Farbe, den Hersteller, das Modell, das Baujahr und du kannst einen Kostensatz hinterlegen. Dies ist wichtig, falls du später die Kosten verfolgen möchtest. Hast Du alles ausgefüllt, klickst Du auf bestätigen und der Schlepper ist im Webportal angelegt.

  3. Schlepper mit Adapter koppeln:
    Den Schlepper findest Du jetzt in der Fahrzeugliste. Um den Schlepper mit dem Adapter zu koppeln klickst du das Link-Symbol rechts in der Liste an. Es öffnet sich ein neues Fenster, dieses Fenster zeigt eine Liste der Module die deinem Betrieb zugeordnet sind. Nun musst du die Nummer des Adapters auswählen, die du dir zuvor gemerkt hast, in unserem Falle die 2416. Dann klickst du auf speichern. Der Schlepper sollte jetzt mit dem Adapter verbunden sein. Überprüfe dies am besten direkt, indem du die Zündung deines Schleppers einschaltest. Ist dein Schlepper online? Dies kannst Du herausfinden, indem Du links auf die Übersicht klickst. Zusätzlich wird sofort, wenn der Schlepper online ist, seine Position erkannt. Möchtest Du mehr Details deines Schleppers untersuchen, dann klicke links in der Liste auf deinen gewünschten Schlepper.  Du kannst in der Detailansicht, z.B. Maschinenstatus und den Tankfüllstand, einsehen.

Der Schlepper ist jetzt mit einem exatrek T2 Telemetriemodul ausgestattet, er ist im Webportal angelegt und das Modul ist dem Schlepper zugewiesen. Der Schlepper ist online gekommen, du kannst die Daten des Schleppers, Dieselverbrauch, Tankfüllstand und Position einsehen? Dann hast Du alles richtig gemacht! Die Installation ist an dieser Stelle abgeschlossen, Du kannst jetzt Daten erfassen, die automatische Dokumentation beginnt und Du kannst nach dem Ersteinsatz die Daten auswerten.

Im darauffolgenden Beitrag geht es mit der Integration des Anbaugerätes, dem Wienhoff Güllefass, in die automatische Datenerfassung weiter. Bis zum nächsten Beitrag!