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Vergleichsfahrt mit exatrek: JCB 8336 vs. Unimog U430 vs. Fendt 828

In kaum einer Branche werden Maschinen so vielfältig eingesetzt wie in der Landwirtschaft. Ein Paradebeispiel ist hier der Ackerschlepper: Ausgestattet mit mehreren Anbauräumen und mechanischen, hydraulischen und elektrischen Schnittstellen, um komplexe Anbaugeräte anzutreiben. Mit großen Reifen für bodenschonendes Arbeiten auf dem Acker werden gleichzeitig Transportgeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h auf der Straße erreicht. Das Konzept ist seit Jahrzehnten bewährt, kein Landwirt kommt ohne den klassischen Ackerschlepper aus.

Trotzdem gibt es seit Jahren Alternativen zu diesem Konzept. Auch wenn Bauarten wie das Trac-Konzept oder der Unimog nie die Stückzahlen der Standardschlepper erreichen konnten, haben diese Fahrzeuge eine treue Fangemeinde, die auf die konzeptionellen Vorteile wie höhere Transportgeschwindigkeiten oder zusätzliche Anbauräume nicht verzichten wollen. Kein Wunder, dass in Fachzeitschriften regelmäßig Vergleichstests der verschiedenen Fahrzeugkonzepte zu finden sind. Der Konsens: Die Fahrzeugkonzepte haben Ihre Vorteile, wenn die Einsatzbedingungen auf dem Betrieb zum Fahrzeug passen.

Doch wie sehen die „richtigen“ Einsatzbedingungen aus? Der eigene Betrieb entspricht selten dem Betrieb aus dem Fahrzeugprospekt oder dem Zeitschriftentest. Die entscheidende Frage ist doch:

Wie schlägt sich das Fahrzeug unter den Einsatzbedingungen auf meinem Betrieb?

Diese Fragestellung hat auch einen Lohnunternehmer aus Norddeutschland beschäftigt. Ausgestattet mit einem bunten Fuhrpark aus Traktoren, LKW, Baggern und Spezialmaschinen für den Wegebau sind bei Ihm, neben den üblichen landwirtschaftlichen Tätigkeiten wie der Grünfutterbergung, auch Baggerarbeiten auf weiter entfernten Baustellen zu erledigen. Aufgrund der teilweise größeren Transportentfernungen und des Einsatzes auf dem Bau, im Kommunalbereich und der Landwirtschaft werden die meisten Tätigkeiten aktuell mit mehreren JCB Fasttracs durchgeführt.

Durch den steigenden Anteil an Transportarbeiten, insbesondere bei den Baggereinsätzen, entsteht hier ein neues Aufgabenfeld. Die Frage die sich stellt: welches Fahrzeugkonzept ist für diesen Einsatz das Richtige?

Um diese Frage für das Einsatzszenario „Baggertransport“ zu beantworten wurde eine Vergleichsfahrt durchgeführt. Kandidaten für den Test waren der JCB 8336 des Unternehmers, ein Unimog U430 und ein Fendt 828 Vario. Alle Fahrzeuge liegen in etwa in der 300 PS Klasse, wurden von demselben Fahrer bedient, und hatten dieselbe Last, einen Tieflader mit einem Bagger, zu ziehen. Das Streckenprofil wurde so gewählt, dass es dem typischen Einsatz des Unternehmers entspricht: ein Rundkurs von 40km Länge mit 180 Metern Höhenunterschied, der zum großen Teil über Landstraßen führt. Ein Teil der Strecke führte durch eine urbane Gegend mit mehreren Kreuzungen und Ampelstops.

Für die Dokumentation der gefahrenen Strecke, den Zeiten und des Kraftstoffverbrauchs wurde auf den Fahrzeugen wurde je ein exatrek T2 Telemetriemodul installiert. Durch die verschiedenen verfügbaren Kabelsätze für Unimog, JCB und Fendt war die Installation innerhalb von Minuten erledigt. Mit den Telemetriemodulen sind die Fahrten sicher und nachvollziehbar dokumentiert. Bevor die Fahrzeuge an den Start gingen, wurde jedes noch einmal vollgetankt und gewogen.

Tabelle: Gewicht bei Leerfahrt und Lastfahrt incl. vollem Dieseltank und Fahrer

Anschließend wurde je eine Leerfahrt ohne Anhänger und eine Lastfahrt mit Anhänger durchgeführt. Auf dem Bild ist der gefahrene Rundkurs dargestellt. Die Strecke von 40km führte über Bundesstraßen, Land- und Kreisstraßen sowie Ortsdurchfahrten.

Nachdem das letzte Fahrzeug seine Tour absolviert hatte, ging es an die Auswertung. Mithilfe der Job-Splitting Funktion in der exatrek WebApp wurden die Messstrecke aus der aufgezeichneten Fahrspur extrahiert. So ist gewährleistet, dass alle berechneten Summen exakt dem Zeitraum der Messung zu Grunde liegen. Danach stehen die Ergebnisse sofort zur Verfügung:

Es ist sofort ersichtlich, dass der JCB und der Unimog durch ihre bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit eine kürzere Transportzeit umsetzen. Gegenüber dem Fendt erreicht der Unimog bei diesem Einsatz im Schnitt über Leer- und Lastfahrt eine rund 13 % höhere Transportgeschwindigkeit. Der JCB liegt knapp 9 % über den Werten des Fendt. Das passt zu den jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten der Fahrzeuge: Der Fendt 828 hat eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, der JCB 8336 von70 km/h und der Unimog von 80 km/h.

Vergleicht man die Kraftstoffverbräuche fällt auf, dass der Unimog trotz der höchsten Transportgeschwindigkeit am wenigsten Kraftstoff verbraucht hat. Gegenüber dem Fendt rund 16,5 % weniger Kraftstoff. Gegenüber dem JCB sogar 31,4 % weniger.

Wie ich in meinem Blogbeitrag zum Thema Effizienz von Feld- und Transportarbeiten  vom 15.08.2018 schon diskutiert habe, interessiert den Unternehmer natürlich eher die Transporteffizienz als die absoluten Verbrauchsmengen. Im Transportgewerbe ist die Einheit l/100tkm der übliche Vergleichswert. Das heißt der verbrauchte Kraftstoff auf die Last, den Anhänger mit Bagger, referenziert. In unserem Versuch hat der JCB eine Transporteffizienz von 2,63 l/100tkm, der Unimog hat 1,94 l/100tkm, der Fendt 2,23 l/100tkm. Bezogen auf den JCB ist der Fendt also 15,2 % effizienter, der Unimog 26,2%.

Die Ergebnisse des Vergleichs sind für uns überraschend ausgefallen. Beim Einsatzszenario „Baggertransport“ kann der Unimog gegenüber dem Standardschlepper eine um 13 % höhere Transportgeschwindigkeit umsetzen. Hier hätten wir aufgrund der rund 30 km/h höheren Endgeschwindigkeit mit mehr gerechnet. Auf der anderen Seite läuft der Unimog mit den vergleichsweise kleinen Reifen und dem Schaltgetriebe wesentlich sparsamer als erwartet.

Zur Sicherheit haben wir die ermittelten Verbrauchsdaten nach dem Versuch mit den im Fahrzeugdisplay angezeigten Verbrauchswerten verglichen. Bei allen Fahrzeugen entsprachen die durch exatrek ermittelten Werte denen der internen Verbrauchsmessung.

Fazit 

Nie war es einfacher einen schnellen und doch gut nachvollziehbaren Einsatzvergleich zwischen unterschiedlichen Fahrzeugen zu ziehen. Innerhalb von 5 Minuten sind die notwendigen Telemetriemodule installiert, dann kann es losgehen. Nach den Fahrten sind die interessanten Kennzahlen sofort im exatrek Webportal verfügbar. Trotzdem gilt: Wir haben hier nur einen Ausschnitt aus dem realen Ganzjahreseinsatz, den Baggertransport, betrachtet. Um genauere Ergebnisse zu erzielen, sollten die Fahrzeuge dauerhaft mit Telemetriemodulen ausgestattet werden. Nur so werden über die Einsatzdauer immer genauere Kennzahlen zu Leistung und Kosten für jedes einzelne Fahrzeug in der jeweiligen Flotte ermittelt. Kommt dann eine Vorführmaschine auf den Hof, ist sofort ersichtlich, bei welchen Einsatzbedingungen diese getestet werden muss.

Wenn Du Fragen zum Einsatz von exatrek für den Maschinenvergleich hast oder gerne selbst mal einen solchen Test durchführen möchtest schreib uns einfach unter info@exatrek.de!

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Die begründete Daten-Angst. Und was wir tun können.

Die Sorge vor völliger Transparenz und dem gläsernen Ich ist das vermeintlich größte Hemmnis der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Und das nicht ohne Grund. Wohin gehen die Entwicklungen, wenn man sich jedem Trend anschließt, gedankenlos alles im Netz teilt, liked und die Datenkraken der Welt vollumfänglich in Anspruch nimmt? Der Mehrwert ist zweifelsohne da, wenn Du schon im Vorfeld genau weißt, wie voll es aktuell im Supermarkt ist. Google kennt die aktuelle Kundenanzahl besser als der Supermarkt selbst!

Wartende Schlepper im Leerlauf
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Wie Du unproduktive Leerlaufzeiten verhinderst und damit Deine Kosten senkst

Die Maisernte läuft auf Hochtouren. Und trotz bester Vorbereitung und Planung kann es zu Stillstandzeiten im Ablauf kommen, in denen sich unweigerlich die Transportgespanne aufreihen. Die Fahrer helfen entweder mit, die Erntekette wieder ans Laufen zu bringen oder müssen einfach abwarten. Was haben in dieser Situation fast alle Schlepper, egal welcher Farbe, gemeinsam? Die Motoren brummen ungenutzt im Leerlauf vor sich hin. Bei Drehzahlen um die 800 Umdrehungen pro Minute konsumiert jeder von ihnen zwei bis drei Liter Diesel in der Stunde.  Nicht die Welt, in Anbetracht der Dieselmenge, die in einer Häcksel-Saison in Summe verfeuert wird. Die Kosten allerdings, die der Schlepperfahrer nicht unbedingt im Auge hat, summieren sich mit jeder Minute unweigerlich auf. Zum Beispiel die des Mietschleppers der nach Betriebsstunden mit dem Landmaschinenhandel abgerechnet wird.

Maschinentracking in der Kartenansicht
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Standortverfolgung Deiner Maschinen in der Kartenansicht

5 Features, die Dir dabei helfen die Vorgänge auf Deinem Betrieb zu optimieren – Teil 3

Im letzten Teil dieser Beitragsserie haben wir uns angesehen, welche Parameter für die Effizienz von Transport- oder Feldarbeiten entscheidend sind und wie diese bewertet werden können. Falls Du diesen Beitrag noch nicht kennst und Du wissen möchtest, wie Du die exatrek App nutzen kannst, um die Vorgänge auf Deinem Betrieb zu optimieren, kannst Du ihn Dir hier ansehen. In dem Beitrag geht es insbesondere um die Maßnahmen, die von Einzelmaschinen vorgenommen werden.

Die Situation stellt sich ganz anders dar, wenn die Zusammenarbeit mehrerer Maschinen in einer Flotte möglichst effizient gestaltet werden soll. Meistens tritt dieser Fall während der Mais- oder Getreideernte auf. Bedingt durch gesetzliche Auflagen, wie z. B. der neuen Düngeverordnung, ist aber auch in der organischen Düngung ein Trend zur Ausbringung mit einer Maschinenflotte, bestehend aus Zubring- und Ausbringfahrzeugen, erkennbar.

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Die Effizienz bei Feld- und Transportarbeiten

5 Features, die Dir dabei helfen die Vorgänge auf Deinem Betrieb zu optimieren – Teil 2

Im ersten Teil dieser Beitragsserie habe ich über den hohen Anteil der Maschinenkosten an den gesamten Produktionskosten im Ackerbau berichtet. Wenn Du den Artikel noch nicht kennst, klick hier. Wir haben gelernt, dass größere landwirtschaftliche Betriebe nicht zwingend geringere Produktionskosten haben. Viel mehr hängt die Kosteneffizienz von einer sinnvollen Maschinenauswahl und der optimalen Ausnutzung der Maschinenausstattung des Betriebes ab.

Es ist allerdings nicht einfach Maschineneinsätze in der Landwirtschaft hinsichtlich ihrer Effizienz zu bewerten. Beim Auto ist es noch simpel: Ein PKW wird nur für Straßenfahrten mit sehr geringen Nutzlasten benötigt. Die gefahrene Strecke ist die „Leistung“ nach der abgerechnet wird, deshalb kann in Liter der Kraftstoff pro 100 km Fahrstrecke gerechnet werden (l/100 km bzw. €/100 km). Bei LKW ist es schon komplizierter, zwar ist auch hier eine gewisse Fahrstrecke das Ziel, jedoch werden hier hohe Nutzlasten transportiert. Als Vergleichswert haben sich hier die Liter Kraftstoff pro transportierter Tonne und gefahrenen 100km durchgesetzt (l/100 tkm bzw. €/100 tkm). Damit werden die Kosten mit der gefahrenen Strecke UND der transportierten Menge in Bezug gesetzt.

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Automatisierte Arbeitszeitanalyse auf Deinen Maschinen

5 Features, die Dir dabei helfen die Vorgänge auf Deinem Betrieb zu optimieren – Teil 1

Egal ob Du einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb führst oder die Arbeitsvorgänge auf einem Großbetrieb oder einem Lohnunternehmen organisierst – die Anforderungen sind überall gleich: In fast allen Bereichen muss immer mehr dokumentiert werden. Während die meisten Betriebe schon umfassende Lösungen haben, um die gesetzlichen vorgeschriebene Dokumentation, beispielsweise beim Pflanzenschutz oder der Düngung, durchzuführen, wird die Dokumentation der Betriebsstunden und Flächenleistungen der Traktoren oder Anbaugeräte oft vernachlässigt. Dabei machen die Maschinenkosten mittlerweile einen beträchtlichen Teil der Gesamtkosten im Ackerbau aus!

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Deine DSGVO-konforme Lösung für die interne Kommunikation in Deinem Betrieb

Die neue Datenschutz-Grundverordnung DSGVO ist momentan das Thema Nummer 1 in vielen Unternehmen. Seit dem 25. Mai 2018 ist die Verordnung für alle europäischen Unternehmen verpflichtend – hält man sich nicht daran, drohen Strafen bis zu 20 Mio. Euro.

Hierbei ist nicht nur die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen betroffen, sondern auch die unternehmensinterne Kommunikation. Landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen nutzen oft den Messenger-Dienst „WhatsApp“ als Kommunikationsmittel zwischen Vorgesetzten und Angestellten oder auch zwischen den Angestellten. Wenn Du in Deinem Unternehmen auch WhatsApp zur internen Kommunikation verwendest, solltest Du Dir überlegen, ob Du auf andere Möglichkeiten der Kommunikation zurückgreifen solltest.